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Was hat die Einöde mit einem armen Fischer gemeinsam? Kein Netz.

Ich sitze mit Laptop, Handy und Headset in einer grünen Idylle, vor mir liegt ein See, am Horizont erstrecken sich die Berge – und ich kann nicht arbeiten. Mist. Natur schön und gut, aber ich hab halt zu tun. Ich bin da gerade in einer Tierschutzangelegenheit unterwegs. Es geht um Genmanipulation, Nestraub, psychosoziale Verhaltensauffälligkeiten in der Tierwelt. kurz Angry Birds. Lädt nicht. Mist. Ohne Internet geht nix. Fühle mich von der Welt abgeschnitten. Hier werde ich jetzt leben. Auf dieser Bank. Finde ohne Navi nämlich nicht mehr zurück in die Zivilisation. Halte nach geeigneten Stöcken Ausschau, aus denen ich Speere schnitzen kann.
Das Internet ist inzwischen tatsächlich in allen Sphären des Lebens angekommen. Wie stellt man sich den Wecker? Mit dem Handy. Wie findet man die Liebe des Lebens? Mit dem Handy. Und bei der Restaurantsuche, der Fotografie, dem Musikhören, dem Sport, dem Alles ist es nicht anders. Geht aber alles nur mit Internet. Großeltern sind die letzten menschlichen Wesen, die ein komplett analoges Leben führen und wenn man ganz ehrlich ist, findet man das manchmal doof. Die Oma zu besuchen, eine Stunde bei ihr zu bleiben, zu reden, das passt nicht zum Konzept der Fast Food Kommunikation.
ich atme tief ein, um mich zu entspannen. Eigentlich ist es hier ganz schön. Und ich bin wirklich relaxt. Es ist ein perfekter Moment. Tippe diesen Text in meinen Laptop. Sobald ich daheim bin, muss ich das posten.

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